Alle Ratgeber · Veröffentlicht 2026-07-31 von Timeplanned Team

ZPP-Anwesenheitsliste im Präventionskurs: 80-Prozent-Regel, Pflichten, Praxis

Wer als Yogalehrer:in oder Trainer:in einen ZPP-zertifizierten Präventionskurs nach § 20 SGB V anbietet, übernimmt eine Dokumentationspflicht: Die Krankenkassen bezuschussen nur Teilnehmende, die regelmäßig da waren, üblicherweise rund 80 Prozent der Einheiten. Der Nachweis dafür ist deine Anwesenheitsliste und die Teilnahmebescheinigung am Kursende. Dieser Ratgeber zeigt, was dokumentiert werden muss, wie die 80-Prozent-Regel mit echten Zahlen funktioniert, was du vor der ersten Einheit klärst — und die Sonderfälle (Nachzügler, Teilanwesenheit, ausgefallene Einheiten), die entscheiden, ob deine Liste standhält.

Vom Kurskalender zur Teilnahmebescheinigung Anwesenheit pro Einheit dokumentiert, Quote automatisch, Bescheinigung ab rund 80 %. 1 2 3 4 5 6 7 8 8 Einheiten, pro Teilnehmer:in abgehakt 7 von 8 = 87 % Anwesenheit Bescheinigung für die Kasse Schwelle: rund 80 %, je nach Kasse

Warum die Anwesenheitsliste so wichtig ist

Die Erstattung läuft über die Teilnehmenden: Sie zahlen den Kurs zunächst selbst und reichen deine Teilnahmebescheinigung bei ihrer Krankenkasse ein. Ohne saubere Anwesenheitsdokumentation kannst du keine ehrliche Bescheinigung ausstellen, und deine Teilnehmenden bleiben auf den Kosten sitzen.

Dazu kommt dein eigenes Risiko: Wer Bescheinigungen ausstellt, die nicht durch eine Dokumentation gedeckt sind, gefährdet die eigene Glaubwürdigkeit gegenüber Kassen und ZPP. Eine lückenlose Liste schützt beide Seiten.

Die 80-Prozent-Regel in der Praxis

Als Faustregel gilt: Wer mindestens etwa 80 Prozent der Kurseinheiten besucht hat, bekommt die Teilnahmebescheinigung. Bei einem klassischen 8-Wochen-Kurs heißt das: höchstens ein bis zwei verpasste Einheiten, je nach Vorgabe der jeweiligen Kasse.

Wichtig für deine Praxis: Die genaue Schwelle und die Erstattungshöhe unterscheiden sich zwischen den Kassen. Verspreche deinen Teilnehmenden deshalb keine konkreten Erstattungsbeträge, sondern verweise auf die jeweilige Kasse. Deine Aufgabe ist die korrekte Dokumentation, nicht die Erstattungszusage.

Setz den Kurs vor der ersten Einheit richtig auf

Die meisten Dokumentationsprobleme entstehen in Woche eins, nicht in Woche acht. Drei Dinge lohnt es, vor der ersten Einheit zu klären:

Erstens: Schließe die Teilnehmerliste zum Kursstart. Ein Kurs mit 8 Einheiten ist eine feste Gruppe, und die Arithmetik ist gnadenlos zu Nachzüglern: Wer bei Einheit 3 einsteigt, hat schon zwei Einheiten verpasst und kann höchstens 6 von 8 erreichen — 75 Prozent, unter der üblichen Schwelle. Sag das einem Nachzügler ehrlich, bevor du sein Geld nimmst; ein Platz in deinem nächsten Kurs hilft ihm mehr als ein Kurs, den er auf dem Papier nicht abschließen kann.

Zweitens: Entscheide, wann du erfasst — hake die Anwesenheit direkt nach jeder Einheit ab, nicht aus dem Gedächtnis am Kursende. Eine in Woche acht rekonstruierte Liste ist genau die Sorte, der Kassen keinen Grund haben zu vertrauen — und du auch nicht. Drittens: Erkläre die 80-Prozent-Regel in der ersten Einheit. Wer weiß, dass ein verpasster Abend Folgen hat, plant darum herum, und am Bescheinigungstermin ist niemand überrascht.

Was auf die Anwesenheitsliste gehört

Eine prüffeste Dokumentation pro Kurs enthält:

  • Kursname, Kurszeitraum und die einzelnen Termine (z. B. 8 Einheiten mit Datum).
  • Alle Teilnehmenden mit Name, jeweils pro Termin als anwesend oder fehlend markiert.
  • Nachträge nachvollziehbar (wenn jemand nachmeldet, nicht einfach überschreiben).
  • Am Kursende: besuchte Einheiten pro Person als Zahl und in Prozent.

Ein Rechenbeispiel: ein Kurs, drei Teilnehmende

Nimm einen Abendkurs mit 8 Einheiten. Teilnehmerin A besucht alle acht: 100 Prozent, Bescheinigung ausgestellt, keine Diskussion. Teilnehmer B verpasst eine Einheit in Woche vier: 7 von 8 sind 87,5 Prozent, komfortabel über der Schwelle — Bescheinigung ausgestellt.

Teilnehmerin C verpasst die Einheiten 4 und 7: 6 von 8 sind 75 Prozent. Das ist die Grauzone. Manche Kassen akzeptieren das, andere nicht — und diese Entscheidung liegt bei ihnen, nicht bei dir. Deine Aufgabe ist präzise und ehrlich: Über die Bescheinigung entscheidet die Schwelle, die du konsequent anwendest, und die Liste sagt 6 von 8 besucht. Was du nie tust: 75 aus Gefälligkeit auf „rund 80“ aufrunden. Die Gefälligkeit wird dein Problem, sobald eine Kasse genau hinschaut — und sie ist unfair gegenüber allen, die ihre Woche umgebaut haben, um wirklich da zu sein.

Das Beispiel zeigt auch, warum Prozente gerechnet und nicht geschätzt werden: Bei 8 Einheiten macht eine einzige Fehlzeit den Unterschied zwischen 87,5 und 75 Prozent — ein einziger Abend entscheidet über die Bescheinigung.

Papierliste, Excel oder App?

Die Papierliste im Kursraum funktioniert, bis sie verloren geht oder jemand die Prozente von Hand ausrechnen muss. Excel funktioniert, bis mehrere Kurse parallel laufen und Nachzügler einsteigen.

In Timeplanned hakst du die Anwesenheit direkt nach jeder Einheit ab, pro Teilnehmer:in und Termin. Die besuchten Einheiten und Prozente stehen jederzeit fest, am Kursende siehst du sofort, wer die Schwelle erreicht hat. Die gleiche Anwesenheit speist übrigens auch deine Monatsabrechnung, falls du neben Präventionskursen auch laufenden Unterricht abrechnest. 60 Tage kostenlos, ohne Kreditkarte.

Absagen und Nachholtermine im Kurskontext

Anders als im Einzelunterricht gibt es im Präventionskurs selten Nachholtermine: Die Einheit findet statt oder nicht. Fällt eine Einheit durch dich aus, verschiebt sich der Kurs, und die Anwesenheitsquote bezieht sich auf die tatsächlich stattgefundenen Einheiten. Wie du mit kurzfristigen Absagen im Einzelunterricht umgehst, behandelt unser Ratgeber zum Ausfallhonorar.

Sonderfälle in der Kursdokumentation

Eine ordentliche Liste pro Einheit deckt die normalen Wochen ab. Diese Situationen sind es, die Listen unsauber machen — und so löst du jede davon:

  • Zu spät gekommen, früher gegangen — lege vorab eine konsistente Regel fest, zum Beispiel: anwesend heißt mehr als die Hälfte der Einheit dabei. Wende sie bei allen an und notiere echte Abweichungen („30 von 75 Minuten dabei, als fehlend gezählt“), statt still von Fall zu Fall zu entscheiden.
  • Eine Einheit fällt durch dich aus — der Kurs verlängert sich oder die Einheit wird nachgeholt; in keinem Fall zählt sie für irgendjemanden als Fehlzeit, und die Quote wird über die tatsächlich stattgefundenen Einheiten gerechnet. Halte den Ausfall selbst fest, damit die acht geplanten und die acht gehaltenen Termine abgleichbar bleiben.
  • Jemand wechselt zwischen deinen Parallelkursen — die Donnerstags- statt der Dienstagseinheit zu besuchen kann bei gleichem Kursinhalt in Ordnung sein, aber die Liste muss das pro Einheit ausdrücklich sagen. Zwei halb geführte Listen, die nur du im Kopf zusammenführen kannst, sind keine Dokumentation.
  • Nachträgliche Korrekturen — ein vergessener Haken passiert. Trage ihn mit Vermerk nach, überschreibe nie stillschweigend. Eine Liste mit sichtbaren, datierten Korrekturen ist glaubwürdiger als eine verdächtig perfekte.
  • Nach Kursende — heb die Liste auf. Teilnehmende reichen Bescheinigungen Wochen oder Monate später ein, und Rückfragen landen bei dir. Eine Liste, die du auf Nachfrage vorlegen kannst, ist der ganze Sinn der Übung.

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Häufige Fragen zur ZPP-Anwesenheit

Wie viele Einheiten dürfen Teilnehmende im Präventionskurs verpassen?
Üblich ist eine Mindestanwesenheit von rund 80 Prozent der Einheiten für die Teilnahmebescheinigung. Bei acht Einheiten sind das höchstens ein bis zwei Fehltermine: 7 von 8 sind 87,5 Prozent und sicher über der Schwelle, 6 von 8 sind 75 Prozent und hängen von der jeweiligen Kasse ab. Die genaue Schwelle legt die Krankenkasse fest, deshalb lohnt der Verweis auf die Kasse statt einer eigenen Zusage.
Muss ich als Kursleitung die Anwesenheit dokumentieren?
Ja, praktisch immer: Die Teilnahmebescheinigung, die deine Teilnehmenden bei der Krankenkasse einreichen, muss durch eine nachvollziehbare Anwesenheitsdokumentation gedeckt sein. Eine Liste pro Termin und Person, direkt nach jeder Einheit ausgefüllt statt am Kursende rekonstruiert, ist der Standard.
Was passiert, wenn eine Kurseinheit ausfällt?
Fällt eine Einheit kursseitig aus, wird sie in der Regel nachgeholt oder der Kurszeitraum verlängert sich. Die Anwesenheitsquote bezieht sich auf die tatsächlich stattgefundenen Einheiten, ausgefallene Termine zählen nicht als Fehlzeit der Teilnehmenden. Halte den Ausfall selbst fest, damit geplante und gehaltene Termine abgleichbar bleiben.
Reicht eine Excel-Tabelle für die ZPP-Dokumentation?
Grundsätzlich ja, solange pro Termin und Person sauber erfasst wird, Korrekturen nachvollziehbar bleiben und die Prozentrechnung stimmt. In der Praxis kippt Excel bei mehreren parallelen Kursen, Nachzüglern und nachträglichen Korrekturen. Eine Kursverwaltung mit Anwesenheitsfunktion nimmt dir das Rechnen und die Fehlerquellen ab.
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