Alle Ratgeber · Veröffentlicht 2026-07-31 von Timeplanned Team
10er-Karte für Unterricht und Training: Preis, Gültigkeit, Verwaltung
Die 10er-Karte (auch Stundenpaket oder Punktekarte) ist bei Personal Trainern, Yogalehrenden und Musiklehrern das beliebteste Modell für Kunden mit unregelmäßigen Terminen: vorab bezahlt, pro Stunde abgestrichen, fertig. Damit sie sich für beide Seiten lohnt, brauchst du drei Entscheidungen: den richtigen Preis, eine faire Gültigkeit und eine Verwaltung, bei der kein Strich verloren geht. Dieser Ratgeber liefert alle drei — plus die Wahl zwischen den Paketgrößen, das Leben einer Karte vom Kauf bis zum Neukauf und die Sonderfälle (Erstattungen, geteilte Karten, verfallendes Guthaben), die in Bedingungen selten stehen, bis es zu spät ist.
Wann die 10er-Karte das richtige Modell ist
Die 10er-Karte passt, wenn Termine unregelmäßig sind: Erwachsene mit wechselnden Arbeitszeiten, Personal-Training-Kunden, Einzelstunden neben einem festen Kurs. Für festen Wochenunterricht ist eine Monatspauschale meist die bessere Wahl, weil sie beiden Seiten Planbarkeit gibt.
Der Vorteil für dich: Das Geld ist vorab da, und zehn gekaufte Stunden binden den Kunden stärker als jede Einzelbuchung. Der Vorteil für Kunden: keine Monatsbindung, kein Verfall bei einer verpassten Woche.
Der richtige Preis
Bewährt hat sich ein Paketrabatt von etwa 5 bis 10 Prozent gegenüber dem Einzelpreis: hoch genug, dass sich der Vorabkauf lohnt, niedrig genug, dass Einzelstunden nicht entwertet werden. Beispiel: Einzelstunde 60 Euro, 10er-Karte 550 Euro.
Zwei Preisfehler sind verbreitet: zu hohe Rabatte (20 Prozent und mehr), die deinen effektiven Stundensatz dauerhaft drücken, und Karten ohne jedes Ablaufdatum, die alte Preise über Jahre einfrieren. Der Einzelstundenpreis ist der Anker unter alledem — ist er zu niedrig angesetzt, erbt jede Karte das Problem. Siehe unseren Ratgeber zur Preisgestaltung im Privatunterricht.
5er, 10er oder 20er? Eine kurze Entscheidungshilfe
Die 10er-Karte ist aus gutem Grund der Standard, aber nicht die einzige Größe. Der Zielkonflikt ist immer derselbe: Größere Pakete bedeuten mehr Geld vorab und stärkere Bindung, aber auch ein längeres Versprechen zum eingefrorenen Preis. Konkret, bei 60 Euro Einzelpreis:
- 5er-Karte, rund 290 Euro (etwa 3 Prozent Rabatt, 58 pro Stunde) — die Einstiegsgröße. Niedrige Hürde für neue Kunden, die eine Strecke Unterricht ausprobieren wollen, ohne sich groß zu binden. Halte den Rabatt minimal; das Produkt ist die Bequemlichkeit der Karte, nicht die Ersparnis.
- 10er-Karte, rund 550 Euro (etwa 8 Prozent Rabatt, 55 pro Stunde) — der Standard. Lang genug, um eine Gewohnheit aufzubauen, kurz genug, dass sie in wenigen Monaten verbraucht und regelmäßig neu bepreist wird.
- 20er-Karte, rund 1.080 Euro (10 Prozent Rabatt, 54 pro Stunde) — nur für bewährte Langzeitkunden, die danach fragen. Das Geld vorab ist schön, aber du frierst deinen Preis für sechs Monate oder länger ein und baust dir ein großes Erstattungsgespräch, wenn das Leben dazwischenkommt. Treibe den Rabatt nicht weit über den der 10er-Karte hinaus — die zusätzliche Ersparnis sollte mit der Paketgröße schrumpfen, nicht wachsen.
- Eine feste Regel: Verkaufe nie ein großes Paket an einen brandneuen Kunden. Er weiß noch nicht, ob er bleibt, und deine erste finanzielle Interaktion soll keine Erstattungsverhandlung sein. Starte alle mit einer Einzelstunde oder einer 5er-Karte.
Gültigkeit: fair und rechtssicher
Eine Befristung ist üblich und legitim, sie muss aber angemessen sein: Bei einer 10er-Karte, die im Normaltempo in drei bis vier Monaten verbraucht ist, gelten 12 Monate als sichere, faire Gültigkeit. Sehr kurze Fristen von wenigen Wochen sind rechtlich angreifbar und verärgern Kunden.
Praxis-Tipp: Kommuniziere die Gültigkeit beim Kauf schriftlich und erinnere freundlich, wenn eine Karte mit Restguthaben dem Ablauf näher kommt. Das wirkt kulant und bringt inaktive Kunden zurück ins Training. Hinweis: keine Rechtsberatung, bei eigenen AGB im Zweifel anwaltlich prüfen lassen.
Verwaltung ohne Strichliste
Das klassische Problem der 10er-Karte ist der Streit um den Stand: Kunde zählt acht Striche, du zählst neun. Eine saubere Verwaltung braucht drei Dinge:
- Jede abgestrichene Stunde mit Datum, nicht nur ein Strich.
- Den aktuellen Reststand, jederzeit für beide Seiten nachvollziehbar.
- Eine Regel für kurzfristige Absagen: Wird die Stunde abgestrichen oder nicht? (Unsere 24-Stunden-Regel funktioniert auch hier.)
Ein Praxisbeispiel: eine Karte vom Kauf bis zum Neukauf
Eine Personal-Training-Kundin kauft im Januar eine 10er-Karte für 550 Euro — 55 pro Stunde gegenüber 60 Euro Einzelpreis. Durch Januar und Februar trainiert sie etwa wöchentlich: sieben Stunden, jede mit Datum erfasst. Anfang März sagt sie drei Stunden vor einem Termin ab; nach der vereinbarten 24-Stunden-Regel wird die Stunde abgestrichen, und weil die Regel in den beim Kauf bestätigten Bedingungen stand, ist der Abzug eine Ein-Zeilen-Nachricht, keine Debatte. Reststand: zwei.
Zwei Reststunden sind der Moment, den Neukauf anzusprechen — nicht null. Bei null muss die Kundin ihre Routine unterbrechen und vor der nächsten Stunde erst bezahlen, und genau in solchen Lücken sterben Routinen. Bei zwei angesprochen, ist die nächste Karte gekauft, bevor die alte leer ist, die neuen Stunden reihen sich einfach hinter das alte Guthaben, und das Training pausiert nie. Diese Karte brauchte vom Kauf bis zum Neukauf rund zehn Wochen — komfortabel innerhalb einer 12-Monats-Gültigkeit.
Und die andere Geschichte: ein Kunde, der bei vier Reststunden hängen bleibt und ab April nicht mehr kommt. Die Ablauf-Erinnerung im Herbst holt ihn entweder für eine letzte Strecke zurück — das beste Ergebnis — oder die Karte verfällt zu einem Preis, der beim Kauf fair war. Beide Enden sind in Ordnung, weil beide vorab vereinbart waren. Nicht in Ordnung ist die Karte, die niemand verwaltet hat und die zwei Jahre später wieder auftaucht — zu einem Satz, den du längst nicht mehr verlangst.
Sonderfälle: Erstattung, geteilte Karten, verfallenes Guthaben
Die meisten Kartenbedingungen regeln Preis und Gültigkeit und hören dann auf. In diesen fünf Situationen wird es mit Karten wirklich unangenehm — entscheide sie, bevor die erste Karte verkauft ist:
- Erstattungswünsche — ein Kunde zieht weg oder verletzt sich bei halber Karte. Eine saubere Kulanzformel: Erstattet wird der gezahlte Betrag minus der genutzten Stunden zum vollen Einzelpreis. Beispiel: 550 Euro gezahlt, sechs Stunden zu 60 Euro Einzelpreis genutzt, 190 Euro Erstattung. Die Logik ist fair und erklärbar — der Kartenrabatt belohnte den Kauf von zehn, und zehn wurden nicht genommen. Schreib die Formel in deine Bedingungen, damit Kulanz nicht unter Druck improvisiert werden muss.
- Verletzung oder lange Pause — biete vor einer Erstattung eine Verlängerung der Gültigkeit oder eine Pause an. Die meisten Kunden wollen zurückkommen; das Erstattungsgespräch sollte der letzte Ausweg sein, nicht das erste Angebot.
- Teilen in der Familie — vorab entscheiden. Karten pro Person sind am saubersten; eine gemeinsame Familienkarte funktioniert, wenn eine Person zahlt und jeder Abzug auf einen Namen erfasst wird. Was nie funktioniert: nachträglich zu entscheiden, ob die Stunde des Mannes von der Karte der Frau abging.
- Ablauf mit Restguthaben — verschicke die Erinnerung deutlich vor dem Stichtag und erwäge eine einmalige kurze Verlängerung, wenn jemand fragt: Sie kostet dich wenig und hält den Kunden. Stilles Verfallen mit anschließendem „die Karte ist ungültig“ gewinnt das Argument und verliert die Beziehung.
- Die nächste Karte zu früh gekauft — überhaupt kein Problem: Neue Stunden verbrauchen erst das alte Guthaben, dann startet die neue Karte. Der Verkauf, bevor die alte Karte leer ist, ist genau so, wie Neukauf funktionieren soll.
10er-Karten in Timeplanned
In Timeplanned legst du die 10er-Karte als Besuchspaket an: Jede abgehakte Stunde zieht automatisch einen Besuch ab, der Reststand steht neben dem Namen, und bei kurzfristigen Absagen entscheidest du per Klick, ob die Stunde zählt. Kein Zettel, keine Diskussion. 60 Tage kostenlos testen, ohne Kreditkarte.
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Kostenlos testenHäufige Fragen zur 10er-Karte
- Wie viel Rabatt sollte eine 10er-Karte enthalten?
- Üblich sind 5 bis 10 Prozent gegenüber dem Einzelstundenpreis. Bei einer Einzelstunde von 60 Euro kostet die 10er-Karte damit etwa 540 bis 570 Euro. Höhere Rabatte drücken den effektiven Stundensatz stärker, als die Vorauszahlung wert ist — und der Rabatt pro Stunde sollte mit wachsender Paketgröße schrumpfen, nicht steigen.
- Wie lange sollte eine 10er-Karte gültig sein?
- Verbreitet und als fair angesehen sind 12 Monate ab Kauf — eine Karte, die im Normaltempo in drei bis vier Monaten verbraucht ist, hat damit reichlich Spielraum. Deutlich kürzere Fristen sind rechtlich angreifbar und wirken kundenunfreundlich. Vereinbare die Gültigkeit beim Kauf schriftlich und erinnere, bevor eine Karte mit Restguthaben abläuft.
- Zählt eine kurzfristig abgesagte Stunde als verbraucht?
- Das regelst du am besten wie im Einzelunterricht: Absagen bis 24 Stunden vorher kosten nichts, spätere Absagen und Nichterscheinen werden abgestrichen. Entscheidend ist, die Regel vor dem Kartenkauf zu vereinbaren — dann ist der Abzug eine Ein-Zeilen-Nachricht statt einer Verhandlung.
- Was passiert mit Restguthaben bei einer Preiserhöhung?
- Bereits gekaufte Karten behalten ihren Wert: Die restlichen Stunden sind zum alten Preis bezahlt und werden zu diesem eingelöst. Neue Karten verkaufst du zum neuen Preis. Auch deshalb lohnt eine Gültigkeit, damit alte Preise nicht unbegrenzt weiterlaufen — und Vorsicht bei sehr großen Paketen, die deinen Satz am längsten einfrieren.