Alle Ratgeber · Veröffentlicht 2026-08-03 von Timeplanned Team

Stornoregeln für Unterrichtsstudios: so schreibst du sie — mit Beispielklauseln

Eine Stornoregel ist eine vorab vereinbarte Regel, die festlegt, bis wann eine Buchung kostenlos abgesagt werden kann und was sie danach kostet. Für Einzelunterricht und kleine Studios ist sie der wichtigste Schutz davor, jede kurzfristige Absage selbst zu schlucken. Dieser Guide führt durch den Aufbau einer Studio-Stornoregel: fertige Klauseln, die rechtliche Logik, die Wahl von Frist und Gebührenhöhe, die Sonderfälle, die du vorab entscheidest, Regeln für Nachholstunden und eine Kommunikation ohne Reibung.

Die Stornogebühren-Treppe Je später die Absage, desto höher die Gebühr. Bis zum Vortag kostenfrei, wird verlegt Absage am selben Tag 100 % des Stundenpreises No-Show 100 % des Stundenpreises näher an der Stunde Ausnahme: Krankheit kostenfrei bei vorheriger Meldung Lehrkraft sagt ab kostenfrei, Nachholstunde folgt

Warum du eine Stornoregel brauchst

Ein Einzelunterrichts-Slot ist Inventar. Wird Dienstag 17 Uhr abgesagt, lässt sich genau diese Stunde kaum mit einem anderen Schüler füllen. Ohne Regel landet dieser Verlust jedes einzelne Mal bei der Lehrkraft.

Der zweite Effekt ist Verhalten. Wenn Absagen nichts kostet und keinen Aufwand macht, sinkt die Schwelle immer weiter. Viele Studios stellen fest, dass allein eine klare Regel die Zahl der kurzfristigen Absagen spürbar senkt.

Mach eine Zahl daraus. Eine Lehrkraft mit 20 wöchentlichen Schülern zu 40 Euro pro Stunde hat rund 80 Stunden-Slots im Monat. Wird eine Stunde pro Woche kurzfristig abgesagt oder unentschuldigt verpasst — eine normale Quote, kein Problemfall-Stundenplan —, sind das rund 160 Euro im Monat, knapp 2.000 Euro im Jahr, die ohne Regel stillschweigend geschluckt werden. Eine Stornoregel greift diese Zahl doppelt an: Ein Teil wird berechnet, und ein größerer Teil verschwindet ganz, weil Familien, die bei null Kosten beiläufig absagen, vorausplanen, sobald die Gebühr am selben Tag real ist. Der Rückgang der kurzfristigen Absagen ist meist mehr wert als die eingenommenen Gebühren.

Die rechtliche Seite: wie viel darfst du berechnen?

In Japan sind Stornogebühren-Vereinbarungen grundsätzlich wirksam — aber Artikel 9 des Verbrauchervertragsgesetzes macht den Teil einer Gebühr unwirksam, der den durchschnittlichen Schaden des Anbieters übersteigt. Da sich ein abgesagter Einzelunterrichts-Slot meist nicht neu besetzen lässt, ist eine Gebühr bis zur Höhe des Stundenpreises ein vertretbares Niveau.

Drei Punkte zählen. Erstens: Die Regel vor der ersten Stunde vorlegen und bestätigen lassen — rückwirkende Regeln halten nicht. Zweitens: Fristen, Beträge und Ausnahmen klar aufschreiben. Drittens: einseitige Extreme vermeiden — 100 Prozent ohne jede Krankheitsausnahme läuft hohe Gefahr, als unfaire Klausel eingestuft zu werden.

Hinweis: Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung. Bei einem größeren Studio oder im Zweifel die Formulierung anwaltlich prüfen lassen.

Beispielklauseln zum Übernehmen

Das Folgende ist ein Standard-Set für Einzelunterricht und kleine Klassen. Beträge und Fristen ans eigene Studio anpassen — wie, zeigt der nächste Abschnitt. Gerade für die No-Show-Klausel geht unser Guide zur No-Show-Policy tiefer:

  • „Absagen bis zum Vortag der Stunde: kostenfrei. Die Stunde wird verlegt oder in den Folgemonat übertragen."
  • „Absagen am selben Tag: 100 Prozent des Stundenpreises werden fällig (keine Nachholstunde)."
  • „Fernbleiben ohne Nachricht (No-Show): 100 Prozent des Stundenpreises werden fällig."
  • „Krankheit, die vor Stundenbeginn gemeldet wird: kostenfrei."
  • „Sagt die Lehrkraft ab: kostenfrei, und eine Nachholstunde wird angeboten."

Frist und Gebührenhöhe richtig wählen

Die Beispielklauseln haben zwei Stellschrauben: die Frist für kostenfreie Absagen und die Gebührenhöhe. Stelle beide bewusst ein, statt fremde Zahlen zu kopieren.

Die Frist sollte am letzten Punkt liegen, an dem du den Slot realistisch noch nutzen könntest. Für Nachmittagsunterricht, den Eltern buchen, schlägt „bis 20 Uhr am Vortag" die Formel „24 Stunden vorher": Sie lässt dir den Abend, um die Stunde einer anderen Familie anzubieten, und sie ist eindeutig — eine 24-Stunden-Regel macht jede Unterrichtszeit zu ihrer eigenen Frist, und genau aus solchem Kleingedruckten entstehen Streitfälle.

Die Gebührenhöhe folgt derselben Durchschnittsschaden-Logik wie im Rechtsteil oben: Richte die Gebühr danach, was dich die Absage tatsächlich kostet.

  • Fester wöchentlicher Einzel-Slot, keine Warteliste: kostenfrei bis zum Vortag, 100 Prozent am selben Tag. Die abgesagte Stunde lässt sich nicht neu verkaufen, die volle Gebühr spiegelt also den echten Schaden.
  • Gruppenkurs mit Warteliste: Erwäge 50 Prozent für Absagen am selben Tag. Wird der Platz meist nachbesetzt, übertreibt die volle Gebühr deinen Schaden — und lädt genau die Anfechtung ein, die Artikel 9 möglich macht.
  • Premium-Unterricht in großen Abständen — etwa ein monatliches Intensiv zum Mehrfachen deines üblichen Satzes: Eine längere Frist wie zwei oder drei Tage ist angemessen, weil ein teurer Slot länger braucht, um neu besetzt zu werden.
  • Online-Unterricht: dieselben Regeln wie in Präsenz. Die Stunde ist genauso unbesetzbar; „war ja nur online" ist kein Rabatt.

Sonderfälle, die du vorab entscheiden solltest

Die meisten Streitfälle entstehen nicht aus den Standardklauseln, sondern aus Situationen, die die Regel nie erwähnt hat. Fünf lohnt es zu klären, bevor sie eintreten:

  • Wetter und Verkehr: Taifunwarnungen, starker Schneefall, gesperrte Bahnlinien. Behandle sie als Absagen auf Lehrkraft-Seite — kostenfrei, mit Nachholstunde — und lege den Auslöser schriftlich fest (zum Beispiel: eine um 15 Uhr noch gültige Warnung sagt die Abendstunden ab), damit nicht bei jedem Sturm neu verhandelt wird.
  • Probeschüler: Die Regel kann nicht gelten, bevor sie vereinbart wurde. Bestätige Probestunden einfach am Vortag per Nachricht; die Regel startet mit der Anmeldung.
  • 10er-Karten: Definiere, was eine kurzfristige Absage in Karten-Einheiten kostet — üblicherweise ein Guthaben. „100 Prozent des Stundenpreises" ist mehrdeutig, wenn die Stunde vorausbezahlt war; wie Karten und Stornoregeln zusammenspielen, zeigt unser Guide zur 10er-Karte.
  • Abgesagte Nachholstunden: Halte ausdrücklich fest, dass eine abgesagte Nachholstunde verfällt, statt eine weitere Nachholstunde zu erzeugen. Das ist das Leck, das leise unbegrenztes Verschieben wiederherstellt.
  • Längere Krankheit oder Verletzung: Woche für Woche Ausnahmen zu stapeln hilft niemandem. Biete stattdessen an, den Vertrag einen Monat zu pausieren — die Familie behält den guten Willen, und die Regel bleibt für alle anderen intakt.

Auch Regeln für Nachholstunden festlegen

Der natürliche Begleiter der Stornoregel ist die Nachholstunden-Regel. Unbegrenzte Nachholstunden zwingen die Lehrkraft, jeden Terminplan doppelt zu führen — und stellen leise wieder „jederzeit kostenlos absagen" her.

Ein Set, das sich in der Praxis bewährt: höchstens eine Nachholstunde pro Monat, Einlösung im selben Monat, kein erneutes Verschieben einer Nachholstunde. Gruppenunterricht läuft meist ohne Nachholstunden — Fehlzeiten gelten als gehalten und sind im Monatsbeitrag eingepreist.

Ohne Reibung kommunizieren — und dokumentieren

Erkläre die Regel persönlich in der Probestunde oder im Aufnahmegespräch und lass sie bei der Anmeldung schriftlich (oder im Anmeldeformular) bestätigen. Als Regel, die die Termine beider Seiten schützt — nicht das Einkommen der Lehrkraft — kommt sie deutlich besser an. Beim ersten Verstoß einmal kulant verzichten und freundlich an die Regel erinnern, ist der Standardzug.

Und: Eine Regel funktioniert nur mit Aufzeichnungen. Wann kam die Absage, war sie fristgerecht, wurde nachgeholt oder berechnet? In Timeplanned markierst du jede Stunde als gehalten, fristgerecht abgesagt, kurzfristig abgesagt oder No-Show — die Monatsabrechnung übernimmt es automatisch. Keine Wortgefechte mehr, keine vergessenen Berechnungen. 60 Tage kostenlos, keine Kreditkarte.

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Eine fertige Vorlage für deine Absage- und Ausfallregeln (PDF) mit den Klauseln aus diesem Ratgeber. E-Mail eintragen, bestätigen, herunterladen — du abonnierst damit auch den monatlichen Newsletter; jederzeit abbestellbar.

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Häufige Fragen zu Stornoregeln

Sind Stornogebühren für Unterricht rechtlich zulässig?
Ja, sofern die Regel vorab vereinbart wurde. In Japan macht Artikel 9 des Verbrauchervertragsgesetzes den Teil einer Gebühr unwirksam, der den durchschnittlichen Schaden übersteigt — und da sich ein abgesagter Einzel-Slot meist nicht neu besetzen lässt, ist eine Gebühr bis zum Stundenpreis vertretbar. Wo ein Platz üblicherweise doch nachbesetzt wird, etwa im Gruppenkurs mit Warteliste, passt eine niedrigere Gebühr besser zum Schaden. Entscheidend ist, die Regel vor der ersten Stunde vorzulegen und bestätigen zu lassen.
Wie sollten die Beispielklauseln aussehen?
Die Grundform hat fünf Klauseln: kostenfrei bis zum Vortag (mit Verlegung), 100 Prozent am selben Tag, 100 Prozent bei No-Show, kostenfrei bei vor der Stunde gemeldeter Krankheit, und keine Berechnung plus Nachholstunde, wenn die Lehrkraft absagt. Bevorzuge „bis zum Vortag" gegenüber „24 Stunden vorher" — eine feste Frist für alle Unterrichtszeiten ist leichter zu befolgen und schwerer anzufechten. Solange Fristen, Beträge und Ausnahmen explizit sind, passe die Details ans eigene Studio an.
Sollte Krankheit von der Stornogebühr ausgenommen sein?
Die meisten Studios verzichten auf die Gebühr, wenn die Krankheit vor Stundenbeginn gemeldet wird — bei ansteckenden Krankheiten will man den Schüler ohnehin zu Hause wissen. Wichtig ist, die Bedingung explizit zu formulieren — „kostenfrei bei vorheriger Meldung" — damit die Grenze zum No-Show klar bleibt. Bei längerer Krankheit oder Verletzung funktioniert eine einmonatige Vertragspause besser als gestapelte Wochen-Ausnahmen.
Wie gehe ich mit einem Schüler um, der wiederholt unentschuldigt fehlt?
Zuerst die Aufzeichnungen sammeln: Daten, ob eine Nachricht kam, was berechnet wurde. Dann ein Gespräch auf Basis der Aufzeichnungen statt der Emotionen führen und die Regel erneut bestätigen. Geht es weiter, auf Vorkasse umstellen (Monatsbeitrag im Voraus oder 10er-Karte), als letzter Schritt das Vertragsende. Mit Aufzeichnungen bleibt jeder Schritt erklärbar.
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